Was ist Permakultur?
Eine kurze Einführung in die Permakultur
Permakultur ist eine Philosophie, ein Lebensstil, eine Planungs- und Entwurfsmethode. Ihr wichtigster Grundsatz ist mit der Natur zu arbeiten, anstatt gegen sie. Das Ziel sind stabile, sich selbst regulierende und sich selbst erhaltende Systeme. Um dieses Ziel zu erreichen, wird versucht, die Aktivitäten von Mensch, Tier, Pflanze und Umwelt auf möglichst vielen Ebenen zur gegenseitigen Förderung zu verflechten. Permakultur ist keine neue Erfindung (höchstens ein neuer Name), sondern eine sich ständig weiterentwickelnde Betrachtungsweise, die auf alten und neuen Beobachtungen der Natur, dem Verhalten von Urvölkern und Schlüssen der menschlichen Vernunft beruht. Permakultur führt dabei auf vielen Gebieten zu ökologischen und ökonomischen Lösungen, die ihr Umfeld achten und deshalb dauerhaft, eben permanent sind. Die Idee der Permakultur entstand aus der Einsicht, dass in praktisch allen Gebieten genug Wissen vorhanden ist, dass aber grosszügige Ansätze fehlen, dieses Teilwissen sinnvoll zu verbinden. Überall sind Spezialisten: vom Quantenphysiker bis zum Milchproduzenten, vom Heizungsmonteur zum Versicherungskaufmann, aber nur wenige fragen nach Bedingungen und Auswirkungen, die ausserhalb ihres «Fachgebietes» liegen. Permakultur verknüpft besonders die Gebiete Landschaftsgestaltung, Wildnis, Landwirtschaft, Gartenbau, Forstwirtschaft, Architektur, Energie, Wirtschaft, Geldsysteme, Arbeit, soziale Gerechtigkeit. Permakultur wird dabei auch persönlich und spricht deshalb Themen an wie Erfahrung, Tierhaltung, menschliche Verhaltensmuster, Verantwortung, Lebensführung, Lebensstil, Daseinsfragen und Ethik. Grundregeln der Permakultur: 1. Jedes Element oder jeder Teilbereich erfüllt mehrere Funktionen. 2. Jede Funktion wird durch mehrere Elemente oder Teilbereiche abgedeckt. Nur hierdurch lässt sich gleichzeitig grösstmögliche Stabilität und Flexibilität erreichen. Die ideale Permakultur speichert Regenwasser und Sonnenenergie, nutzt sie sparsam und effektiv, verbessert die Bodenfruchtbarkeit und verwendet die Abfälle der einen Tier- und Pflanzenart als Rohstoffe für die nächste. Sie ordnet Tiere und Pflanzen so zueinander, dass ihre Bedürfnisse ohne menschliches Zutun erfüllt sind. Das heisst, das Prinzip des Urwaldes - eines autonomen Ökosystems - auf Nutzpflanzen und -tiere zu übertragen. In einem solchen System wird nicht eine ausbeuterischen Ertragsmaximierung angestrebt, sondern der Mensch versteht sich als Hüter und Steuermann von Zyklen und Gesetzen, die lange vor ihm entstanden sind und lange nach ihm wirken werden. Er kann sie und damit sich selbst zerstören, oder er kann sie sich zunutze machen und in und mit ihnen noch lange überleben. In der Natur geht es scheinbar wahllos und fruchtbar zu. Hier wird mit grösst möglicher Geschwindigkeit produziert. Es ist eine Ansammlung entstehender und verfallender Prozesse, die sich in schneller Abfolge den jeweiligen Umständen anpassen. Gemeinsam ist allen natürlichen Systemen lediglich, dass nichts konstant ist. Mir scheint, dass die Mythen der Stammeskulturen ein Weg waren, die Menschen zu lehren, ihre Umwelt zu pflegen.Die Landschaft antwortet, wenn wir sie schädigen. Wenn man ein lebendiges System tritt, dann tritt es härter zurück.
|